© S. Fuhrmann

Lebensraum Grünland

Grünland, Wiese oder Weide?

Mit „Grünland“ sind Flächen gemeint, die kontinuierlich über mehrere Jahre von Gräsern und Kräutern bewachsen sind. In den meisten Fällen existiert Grünland hierzulande aufgrund landwirtschaftlicher Nutzung. Wird die Vegetation gemäht und z.B. als Tierfutter verwendet, spricht man von Wiese, während Rinder, Pferde, Schafe und andere Pflanzenfresser auf einer Grünlandfläche diese zur Weide machen. Mähweiden werden sowohl gemäht, als auch im Wechsel mit Tieren beweidet.

Bedeutender Lebensraum

Grünland ist ein enorm wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen, denn viele Arten sind auf überwiegend offene Lebensräume angewiesen. Flächen also, die außerhalb geschlossener Wälder liegen wie z. B. das NSG Heidmoor. Hier brüten typische Wiesenvögel wie z.B. Kiebitz, Feldlerche, Braunkehlchen und Wiesenpieper. Die Kräuter des Grünlands wie Scharfer Hahnenfuß, Gänseblümchen, Wiesen-Schaumkraut oder Kuckucks-Lichtnelke ziehen blütenbesuchende Insekten an, die den Küken der Wiesenvögel als Nahrung dienen. Zahlreiche Arten der Feldheuschrecken, Ameisen und Laufkäfer sind ebenso auf den Lebensraum Grünland angewiesen. Traditionell entstand Grünland meist dort, wo eine Ackernutzung schwierig oder unmöglich war. Im Naturpark sind dies vor allem zu feuchte und zu steile Flächen.

Die Savanne als Vorbild

© S. Koschinski

Etwa 12% der Fläche des Naturparks Holsteinische Schweiz ist heute noch von Grünland bedeckt. Leider hat auch hier die zunehmende Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung zu einer drastischen Verarmung der Artenvielfalt vieler Grünlandflächen geführt, während andere ganz zu Acker umgewandelt wurden. Dass die Entwicklung auch in die andere Richtung gehen kann, beweisen z.B. die „Halboffenen Weidelandschaften“, die an mehreren Orten des Naturparks erfolgreich eingerichtet worden sind. Es sind meist größere Gebiete, die häufig ganzjährig von alten und robusten Rinder- und Pferderassen in geringer Besatzdichte beweidet werden. Da nur wenige Tiere pro ha Fläche weiden, werden aufwachsende Gehölze nicht vollständig gefressen, so dass eine savannenartige Landschaft aus Weide mit einzelnen Büschen und Bäumen entsteht; eben eine „halboffene“ Landschaft. Solch eine wilde Weide ist z.B. auf der Halbinsel Störland, am Ufer des Großen Plöner Sees, in der Nähe von Sepel entstanden. Weitere Flächen befinden sich z. B. am Barkauer See, an den Middelburger Seen oder im Naturschutzgebiet Kasseedorfer Teiche und Umgebung.

Tipp

Die Anlage von Blühflächen kann förderfähig sein. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann sich gerne an die Geschäftsstelle des Naturparkvereins bzw. an Malte Wenzel wenden (Kontakt aufnehmen).

Sie benutzen offenbar den Internet Explorer von Microsoft als Webbrowser, um sich unsere Internetseite anzusehen.

Aus Gründen der Funktionalität und Sicherheit empfehlen wir dringend, einen aktuellen Webbrowser wie Firefox, Chrome, Safari, Opera oder Edge zu nutzen. Der Internet Explorer zeigt nicht alle Inhalte unserer Internetseite korrekt an und bietet nicht alle ihre Funktionen.