© Finn Fuhrmann

Lebensraum Knick

Was ist ein Knick?

Als „Knicks“ werden in Schleswig-Holstein die typischen Hecken auf Erdwällen bezeichnet, die sich auf mindestens 45.000 km durch das Bundesland ziehen. Auch im Naturpark Holsteinische Schweiz sind sie charakteristisch für die Landschaft und tragen zur kulturellen Identität des Naturparks bei. Verbreitet begleiten sie uns entlang der Wander- und Radwege. Je nach Jahreszeit kann man sich dabei an den duftenden Blüten oder bunten Früchten ihrer Gehölze erfreuen.

Wusstest du schon,…

...dass es in Norddeutschland über 100 Brombeerarten gibt und viele nur auf Knicks vorkommen? Um die Arten auseinander halten zu können, muss man Spezialist sein. Um die herrlichen Früchte als leckere Marmelade oder Gelee zu genießen muss man jedoch kein Profi sein..

Warum gibt es Knicks und warum heißen sie so?

Heute kaum vorstellbar, wurde mit der Anlage von Knicks im Zuge umfangreicher Agrarreformen gegen Ende des 18. Jahrhunderts mit der Absicht begonnen, die Produktivität der Landwirtschaft zu steigern! Waren landwirtschaftliche Flächen vorher unregelmäßig in der Landschaft verteilt und in gemeinschaftlicher Nutzung, wurden große Ländereien nun vermessen, aufgeteilt und als Privateigentum vielen Bauern zugewiesen. Eine Auflage war, das Land mit Knicks zu umgeben. Mit ihnen sollten vor allem die Weidetiere eingezäunt werden. So konnte man einerseits die Tiere von Ackerflächen fernhalten und andererseits die Weiden und beweideten Ackerbrachen intensiver nutzen. Dazu pflanzte man auf zuvor aufgeworfenen Erdwällen ausschlagfreudige oft stachelige Gehölze, die man anritzte und knickte. So kam es zu dem Namen „Knick“. Die geknickten Äste wurden zu Boden gedrückt oder mit anderen verflochten. Es entstanden sehr dichte, lebende Zäune, aus denen man auch gutes Brennholz gewinnen konnte. In unregelmäßigen Abständen wurden zudem einzelne Bäume, häufig Stiel-Eichen, stehen gelassen. Diese entwickelten sich zu großen Bäumen, den sogenannten „Überhältern“.  Sie lieferten auch stärkeres Bauholz.

Knicks sind ein Eldorado für viele Tiere

© Solvin Zankel

Zahlreiche Tiere nutzen die Knicks als Lebensraum und auch als Wanderkorridore durch die Landschaft. Es wurden schon etwa 7.000 Tierarten in Knicks nachgewiesen, von denen der größte Teil den Insekten zuzurechnen ist. Zum Beispiel tummeln sich hier Heuschrecken, Schwebfliegen, Schmetterlinge und Käfer. Die kleinen „Sechs-Beiner“ dienen wiederum vielen anderen Tieren als Nahrung z.B. den zahlreichen Vogelarten, die in Knicks brüten und ihre Küken mit Insekten füttern. Dazu zählen z. B. die Goldammer, die Dorn- Klapper- und Mönchsgrasmücke, die Amsel, das Rotkehlchen, Zilpzalp und die Heckenbraunelle. Auf der Suche nach Wirbellosen sind hier zudem Igel, Zwerg- und Waldspitzmaus unterwegs. In bunten Knicks des Naturparks klettert auch geschickt die Haselmaus durch das Geäst. Die alten Überhälter (Bäume) im Knick sind dabei ebenfalls von großer ökologischer Bedeutung. An großen Eichen hat man über 400 Tierarten gefunden.

Tipp

Die Anlage von Knicks kann förderfähig sein. Wer mehr wissen möchte, kann sich gerne an die Geschäftsstelle des Naturparkvereins bzw. an Malte Wenzel wenden (Kontakt aufnehmen).

Dienstleister für die Landwirtschaft

Knicks tragen nicht nur zur Artenvielfalt bei. Sie haben auch viele andere positive Wirkungen. Sie können sich in unterschiedlicher Weise verbessernd auf die Kulturpflanzen auswirken: Sie können Ausgangspunkt für die Ausbreitung von Nützlingen in die Ackerflächen sein, die Schädlinge wie Getreideblattläuse vertilgen. Quer zur Hauptwindrichtung verlaufende Knicks bieten zudem den Kulturpflanzen Windschutz und damit eine verlangsamte Austrocknung des Bodens, was grade in trockenen Frühjahren von Vorteil sein kann. Weiterhin wird bei brachliegenden Äckern die Winderosion der Ackerkrume deutlich vermindert. Darüber hinaus liefern Sie den wertvollen Brennstoff Holz, dessen Preise stetig ansteigen.

Gewässer

© Finn Fuhrmann

Grünland

© S. Fuhrmann

Wald

© S. Fuhrmann

Sie benutzen offenbar den Internet Explorer von Microsoft als Webbrowser, um sich unsere Internetseite anzusehen.

Aus Gründen der Funktionalität und Sicherheit empfehlen wir dringend, einen aktuellen Webbrowser wie Firefox, Chrome, Safari, Opera oder Edge zu nutzen. Der Internet Explorer zeigt nicht alle Inhalte unserer Internetseite korrekt an und bietet nicht alle ihre Funktionen.