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Die Schellente

Naturpark-Tier 2014

Das überwiegend schwarz-weiß gefärbte Männchen hat im Prachtkleid einen dunkelgrün schillernden Kopf mit einem weißen, runden Fleck hinter dem Schnabel. Beim Fliegen erzeugen spezielle Schallschwingen am Flügel ein klingelndes Geräusch („Schellen“). Ein weiteres auffälliges Merkmal der Männchen sind die gelbgolden schimmernden Augen. Deshalb wird die Art auf Englisch „Common Goldeneye“ genannt. Das kleinere Weibchen ist weniger auffällig. Es hat einen braunen Kopf, eine gelb-weiße Iris und einen überwiegend grau gefärbten Körper mit einer im Winter gelb gefärbten Schnabelspitze.

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Büffelkopf im Tauchgang auf Nahrungssuche

Ihr wissenschaftlicher Gattungsname „Bucephala“ heißt übersetzt „Büffelkopf“. Charakteristisch für diese Gattung, zu der noch die hier nicht beheimateten Spatel- und Büffelkopfenten gehören, ist der kurze dicke Hals und der bei den Männchen durch verlängerte Hinterkopffedern etwas dickschädelig wirkende Kopf. So sehen sie etwas gedrungen und plumper aus als viele andere Enten. Tatsächlich sind sie eng mit den Sägern verwandt.
Die Schellente ist eine typische Tauchente, die sich überwiegend von Schnecken, kleinen Muscheln (z. B. Wandermuscheln, jungen Malermuscheln), Krebsen, kleinen Fischen, Insekten und deren Larven ernährt. Die Schellente kann acht Meter tief tauchen, um dort ihre Nahrung zu erbeuten.

Sie liebt den Norden

Die Schellente kommt weltweit in zwei Unterarten von Europa über Sibirien bis nach Amerika vor. Zum europäischen Verbreitungsgebiet zählen neben einigen Gebieten der Norddeutschen Tiefebene große Teile Skandinaviens, das nördliche und mittlere Polen und der europäische Teil Russlands. Isolierte Brutvorkommen gibt es unter anderem im Süden und Südosten Deutschlands. Früher ließ sie sich an nährstoffarmen, tiefen Gewässern nieder. Heute findet man sie auch auf nährstoffreichen Seen und Teichen.

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Die Schellente im Naturpark Holsteinische Schweiz

Etwa ein Viertel des bundesweiten Brutpaarbestandes der Schellente entfällt mit ca. 670 Brutpaaren auf Schleswig-Holstein (Daten der OAG SH, 2009ff.). Davon brütet mehr als ein Viertel im Naturpark Holsteinische Schweiz. Die Bestände gelten bundesweit aktuell als stabil und die Schellente ist als ungefährdet eingestuft.

Trickserei im Brutgeschäft

Das älteste „Preetzer Weibchen“ lebte noch 17 Jahre nach der ersten Registrierung, die meisten Weibchen wurden 3 bis 5 Jahre lang mit Bruten erfasst. Sie beginnen Mitte März mit der Eiablage. Bevor der Nachwuchs schlüpft, verlässt das Männchen das Weibchen und wandert in die Mausergebiete ab. Das Gelege besteht zumeist aus 8 bis 11 Eiern, doch legen fremde Weibchen oftmals durch Mangel an Bruthöhlen, weitere Eier hinzu (innerartlicher Brutparasitismus). So  können manche Nester über 20 Eier enthalten, die trotzdem von einem Weibchen rd. 30 Tage lang erfolgreich bebrütet werden können.

Sprung ins Leben

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Nach dem Schlupf der Jungen warten die Mütter bis die Kleinen nach wenigen Stunden zu Flauschbällen abgetrocknet sind. Einen Tag später locken sie die Kleinen mit Rufen aus der Bruthöhle. Mit Hilfe ihrer gebogenen, scharfen Krallen an den Füßen hangeln sie sich heraus und springen ohne langes Zögern in die Tiefe.  Die Weibchen wandern mit ihren Küken dann zum nächsten Gewässer, das manchmal mehrere Kilometer entfernt liegen kann.
Manchmal sind die zunächst schwarz-weiß gefärbten Dunenjungen schon nach 14 Tagen auf sich allein gestellt. Die Kleinen sind früh in der Lage, selbständig nach Nahrung zu suchen. Jedoch lauern auf sie viele Gefahren. So manches Schellentenküken ist eine leichte Beute für Hecht, Möwe, amerikanischen Nerz oder Wanderratte geworden.

Weitere Forschungsergebnisse

Die kleinen Enten, die allen Gefahren erfolgreich entkommen sind, werden nach ca. zwei Monaten flügge und frühestens nach zwei Jahren selbst geschlechtsreif. Die hier brütenden Schellenten verbringen in der Regel den Herbst und Winter in der näheren Umgebung. Bei jungen Preetzer Schellenten haben die Ringfunde ergeben, dass sie dagegen in ihrem ersten Winter bis nach Dänemark, Großbritannien, Frankreich oder in die Niederlande wandern können. Einen Jungvogel zog es zum Brüten nach Finnland. In Preetz wurde weltweit erstmals nachgewiesen, dass Männchen und Weibchen über mehrere Jahre hinweg miteinander verpaart sein können, obwohl sie in der Brutzeit getrennte Wege gehen (Partnertreue).

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