© R. Kistowski, www.wunderbare-erde.de

Das Rebhuhn

Naturpark-Tier 2018

Das Rebhuhn ist ursprünglich ein Vogel der Baum-und Strauchsteppe. Bei uns bevorzugt es daher überwiegend offene Flächen mit Deckung. Dazu gehören Ackerflächen mit Mehrfruchtnutzung, Heide, Grünland, Brachland und Gebiete mit abwechslungsreicher Vegetation. Wichtig sind dabei Randstrukturen wie Knicks, Hecken und andere Saumbiotope. Nasse Untergründe werden gemieden. Offener Boden für ein Staubbad wird ebenso im Lebensraum gesucht. Staubbäder sind hilfreich um Schmutz und Parasiten loszuwerden. Es fliegt meist nur zu Fluchtzwecken kurze Entfernungen und ist das ganze Jahr seinem Standort relativ treu. Es ist in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet, gilt jedoch bereits in mehreren Ländern Westeuropas als gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht.

 

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Paare, Ketten und Völker

Im Winter leben Rebhühner in Familien (Ketten) oder gar größeren Gruppen bis zu 25 Tieren (Völkern) ohne jegliche Hierarchie zusammen.  Ab Februar / März, wenn die Hormone ins Spiel kommen kann es zu heftigen Scheinkämpfen unter gleichen Geschlechtern kommen. Dabei wird nur selten ein Tier verletzt. Bei der Paarbildung werben die Hähne oft um die Damenwelt aus anderen Gruppen. Die Hähne locken ihre ausgewählte Henne indem sie sich möglichst groß präsentieren. Sie recken den Hals und richten ihre Brust mit der hufeisenförmigen Zeichnung auf, lassen leicht ihre Flügel hängen und fächern ihren Schwanz. Die Paare suchen sich ein eigenes Areal für Brut und Nahrung.

Kalter Einheitslook und warmer Kontrast

In der kalten Jahreszeit tragen Männchen und Weibchen einen unauffälligen Partnerlook. Nur Profis können dann bei guten Sichtverhältnissen die Weibchen sicher anhand von Querbinden auf den Schulterfedern und an kleinen Tupfen auf der Kopfoberseite von den Männchen unterscheiden. Im Frühjahr kleiden sich die Männchen für die Weibchen dezent auffälliger heraus: Sie sind kontrastreicher gefärbt als die Weibchen und haben hinter ihrem Auge einen roten Hautlappen ausgebildet.

Immer unauffällig bleiben

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Das ca. taubengroße Rebhuhn setzt gegenüber seinen zahlreichen natürlichen Feinden wie z. B. Fuchs und größeren Greifvögeln vor allem auf Tarnung und Deckung. In der Entfernung wirkt es unauffällig grau. Erst aus der Nähe ist der rostbraun gefärbte Kopf zu erkennen. Die bräunliche Sprenkelung auf dem Rücken, den Armschwingen und dem seitlichen Gefieder, sowie die hellen Schaftstriche im Flügelbereich verhelfen dem Rebhuhn mit der Umgebung zu verschmelzen.

Markanter Bauchfleck

Oft erst wenn sich Rebhühner aufrichten oder auffliegen, kann man einen dunklen markanten Bauchfleck auf der grauen Brust, sowie die rot aufblitzenden äußeren Steuerfedern am Schwanz erkennen. Der Bauchfleck kann bei den Weibchen kleiner oder ganz reduziert sein. Wahrscheinlich hat die fast hufeisenförmige Bauchzeichnung des Männchens eine Signalwirkung bei der Hennenwerbung (siehe „Paare, Ketten, Völker“).

Jeden Tag ein Ei …auch sonntags

Die Henne übernimmt ganz alleine das Brutgeschäft und legt in dichter Vegetation 10 bis 20 ca. 3,5 cm große Eier, in eine mit Pflanzenteilen gepolsterte Mulde im Boden –jeden Tag ein Ei. In Hinblick auf die hohe Mortalität der Küken (weniger als die Hälfte erreichen das erste Lebensjahr) ist eine hohe Eieranzahl nötig. Etwa Anfang Mai fängt die Henne an zu brüten und ist dreieinhalb Wochen dann kaum von ihrem zukünftigen Nachwuchs zu trennen. Ihr einziger Schutz ist, so unauffällig wie möglich zu sein. Nur zur gelegentlichen Nahrungsaufnahme oder zum Abkoten entfernt sie sich kurz. Der Hahn ist währenddessen ein aufmerksamer Wächter im Brutrevier und warnt mit seinem namensgebenden Ruf „Reb, reb, reb“.

 

 

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Schlupf auf Kommando

Den Schlupftermin synchronisieren die Küken durch Rufe aus dem geschlossenen Ei. So sind sie meistens an einem Tag geschlüpft. Sobald sie abgetrocknet sind, verlassen sie das Nest und folgen ihren Eltern. Da die kleinen Flauschbälle kälteempfindlich sind, werden sie gerade in den ersten Tagen noch viel unter das Gefieder der Eltern genommen. In den ersten 2 Wochen fressen sie selbständig Insekten, Spinnen u. a. kleinste Tiere. Ab der dritten Lebenswoche erweitern sie ihren Speisezettel mit pflanzlichen Speisen. Nach ca. 2 Wochen sind sie bereits flugfähig und nach 5 Wochen selbständig. Bis zur Paarungszeit bleiben die Jungtiere im Familienverband und werden dann bereits selbst auf Partnersuche gehen um für Nachwuchs zu sorgen.

Wildtier-Kataster Schleswig-Holstein

Das Wildtier-Kataster (WTK) wurde im Jahre 1995 zur dauerhaften Beobachtung unserer heimischen Wildtierarten gegründet. Es ist heute ein Projekt der Landesjägerschaft in Zusammenarbeit mit dem Institut f. Natur- & Ressourcenschutz (INR) der Universität Kiel, dem die wissenschaftliche Betreuung obliegt. Bei dem Monitoring des WTK wird sowohl die Verbreitung als auch die Populationsgröße von freilebenden Wildtieren in Schleswig-Holstein in allen Naturräumen erfasst. Dabei helfen viele ehrenamtliche Mitarbeiter - so kommen fast alle Bearbeiter der Referenzgebiete aus der Jägerschaft. Die erhobenen Daten werden in einer zentralen Datenbank gespeichert und helfen bei der Bearbeitung von verschiedensten Fragestellungen.

Kontakt: Wildtier-Kataster Schleswig-Holstein, Böhnhusener Weg 6, 24220 Flintbek Tel.: 04347 / 908718 0. 04347 / 908713, Email:melden@wtk-sh.de

 

Text: Sonja Fuhrmann in Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Fehlberg (WTK). Mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein.

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