© Solvin Zankel

Der Moorfrosch

Naturpark-Tier 2017

Der Moorfrosch ist über weite Teile Mittel-, Nord- und Osteuropas bis nach Asien verbreitet. In Deutschland hat er seinen Verbreitungsschwerpunkt im Norden und Osten. In anderen Teilen Deutschlands ist er nur sporadisch vertreten und dort oft stark gefährdet. Er fühlt sich in vielen offenen Lebensräumen mit hohen Grundwasserständen wohl. Sein Laich und seine Kaulquappen weisen eine höhere Toleranz gegenüber sauren Gewässern auf (bis ca. pH 4,5), so dass er im Gegensatz zu anderen Amphibien auch in Mooren vorkommen kann. Bei einem noch niedrigeren pH-Wert kommt es jedoch auch bei ihm zu einer hohen Sterblichkeit von Laich und Larven.

Wie kannst du dem Moorfrosch helfen?

  • Du kannst dich in einem der anerkannten Naturschutzverbände aktiv (oder passiv durch eine Mitgliedschaft) für den Erhalt und die Förderung seiner Lebensräume einsetzen.

         Auf eigenen Flächen kannst du:

  • in Laichgewässern den Fischbesatz abfischen
  • natürliche hydrologische Verhältnisse wieder herstellen (Grundwasserstände anheben, Grünlanddrainagen rückbauen)
  • verlandete Gewässer sanieren (Entschlammen, beschattende Gehölze entfernen)
© Christian Winkler

Einer von Dreien

Moorfrosch, Grasfrosch oder Springfrosch? Die Unterscheidung von unseren drei braunen Froscharten ist nicht leicht, da immer mehrere Merkmale wie Kopfform, Länge der Beine, Lage und Größe des Trommelfells etc. gleichzeitig betrachtet werden müssen.

„Typisch Moorfrosch“:
1.    eine zugespitzte schnabelige Kopfform (Breite = Höhe)
2.    Trommelfell ist nur ca. 1/2 bis 2/3 so groß wie das Auge und mit mehr als dem halben Trommelfelldurchmesser vom Augenhinterrand entfernt
3.    wenn man eines seiner Hinterbeine vorsichtig nach vorne streckt, reicht das Fersengelenk  nur bis zum Auge oder Nasenloch
4.    oft heller, scharf abgesetzter, Längsstreifen auf dem Rücken
5.    Übergang vom Rücken zu den Flanken wird auf beiden Seiten durch eine meist helle, wulstige Drüsenleiste markiert

Tapetenwechsel

Der Moorfrosch benötigt je nach Jahreszeit einen Tapetenwechsel bzw. unterschiedliche Biotope. Sein Sommerlebensraum ist meistens krautreich und feucht (z. B. Feuchtwiesen, Bruchwälder, Niedermoore). Als Überwinterungsquartier wird dagegen trockenes und geschütztes Gelände (z. B. Laubwälder, trockene Gehölzbestände) bevorzugt, wo er sich z. B. unter der Laubstreu verkriechen kann. Die Laichgewässer sind im Idealfall sonnenexponiert, nährstoffarm und fischfrei. Bei seinen jahreszeitlichen Umzügen nimmt er normal keine langen Strecken in Kauf und seine verschiedenen Aufenthaltsorte liegen in der Regel nie mehr als einen Kilometer auseinander.

Häufig hier, morgen fort

© Mario Haack/Pixabay

Der kleine Aktionsradius von ca. einem Kilometer und viele Umweltveränderungen setzen dem Moorfrosch zu. Denn wird sein Laichgewässer durch z. B. Entwässerung, oder Verfüllung vernichtet oder durch Einträge der Landwirtschaft oder durch sauren Regen unbrauchbar, so erlischt auch schnell die Population vor Ort. Auch der Klimawandel mit seinen trockeneren Perioden, die zunehmende Zerschneidung seines Lebensraums durch Straßen und die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen z. B. mit Mähfahrzeugen, deren Messer dicht über dem Boden arbeiten, beeinträchtigen ihn stark. So täuschen oftmals lokal hohe Zahlen über seine Gefährdung hinweg. In Europa gilt er als streng zu schützende Art. In Schleswig Holstein ist er noch häufig, steht jedoch in der Roten Liste des Landes als „zurückgehende Art“ auf der Vorwarnliste.

Der Moorfrosch im Naturpark Holsteinische Schweiz

Auch wenn der Moorfrosch in ganz Schleswig-Holstein vorkommt, hat er seinen Verbreitungsschwerpunkt im Östlichen Hügelland. Im Naturpark ist die Art in einem Zeitraum von 2001 – 2015 mit 118 aktuellen Fundpunkten vertreten. Darüber hinaus liegen weitere Meldungen von 71 Fundorten von vor 2001 vor. Der größere, aktuellere Teil der Nachweise befindet sich im ostholsteinischen bzw. Plöner Teil des Naturparks, während die Nachweise im Segeberger Teil inzwischen überwiegend veraltet sind. Vermutlich ist die Art aber häufiger im Gebiet als es die Karte widerspiegelt.

Blau in die Paarungszeit

Einzigartig in der heimischen Froschwelt, färben sich viele Männchen in der nur wenige Tage anhaltenden Paarungszeit mehr oder weniger vollständig blau bis violett. Dabei beginnt diese kuriose Farbveränderung erst im Laichgewässer. Mit leisem Blubbern empfangen die versammelten Männerchöre die Weibchen im Laichgewässer. Mit dem Eintreffen von Weibchen bricht hektisches Gerangel um das andere Geschlecht aus. Siegreiche Männchen umfassen Weibchen mit starken Armen und verschränken die Vorderfüße vor ihrer Brust. Ob zu diesem Zweck entwickelt oder nicht, die blaue Farbe hilft dabei sicher, in der eifrigen Masse die Übersicht zu behalten und Fehlpaarungen zu vermeiden. Das spart Energie. Die blaue Farbintensität scheint dabei von vielen Faktoren wie u. a. von der Temperatur, von der Dichte der Freier und vom Biotop abzuhängen. Es gibt auch Regionen, in denen die Männchen sich gar nicht verfärben oder nicht jedes Jahr.

© Christian Winkler

Melde den „Blauen“ und seine Verwandten

Der Arbeitskreis Wirbeltiere innerhalb der Faunistisch-Ökologischen Arbeitsgemeinschaft e. V. (FÖAG) hat in Kooperation mit Ministerium und Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume Schleswig-Holstein das Arten- und Fundpunkt-Kataster für Amphibien und Reptilien aufgebaut. Wichtig bei Meldungen sind vor allem Angaben zu Art (gerne mit Bild, möglichst verschiedene Ansichten), Anzahl beobachteter Exemplare, Fundort (ggf. mit Kopie eines Kartenausschnitts) sowie zum Funddatum. Mach mit! Melde Amphibien und Reptilien an:

Andreas Klinge
FÖAG e.V. - Arbeitskreis Wirbeltiere
Ökologie-Zentrum der Universität
Olshausenstraße 40, 24098 Kiel
Tel.: 04340 / 499770 (Büro privat)
Email: ak.wirbel.foeag@gmx.de

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